manja auf europa(bus)tour

manja auf europa(bus)tour

manja  //  europa in 50 schulen für 10 wochen .. und das quer durch das schöne mitteldeutschland

Jun 26 / 1:06am

Alles hat ein Ende, nur die EuropaBustour hat zwei!

by manja

Endlich war er da, der Tag an dem Sido kam

Für Jump der musikalische Höhepunkt und damit ein erster Abschluss der Tour war der Besuch von Sido bei der Europatour. Am Montag (21.06.) kam er zunächst am Vormittag zu einer Gesprächsrunde in die 16. Mittelschule in Leipzig und Abends gab es ein exklusives Schüler_innen-Konzert im Anker in Leipzig.

Zur Gesprächsrunde waren (nur) ca. 30 Schüler_innen ausgewählt (ich hab mich aber auch dazuschleichen können), die Sido Fragen stellen durften und anschließend die Autogrammwünsche der ganzen Klasse vorbringen konnten. Um das Ganze locker zu gestalten, bot Sido den Kiddies auch gleich an, ihn "Siggi" zu nennen. Mit dem Moderator Rico an seiner Seite, sollte die Gesprächsrunde vor allem um Toleranz und gegen Gewalt ein Zeichen setzen. Sido sprach darüber, dass er zwar auch schon die ein oder andere Schlägerei in der Schule hatte (seine Schwester habe sogar schon mit Scheren nach ihm geschmissen), aber das sei unter Gleichgesinnten vielleicht noch halbwegs ok - Schwächere schlagen und schikanieren zeuge dagegen nicht von sehr viel Stärke oder Intelligenz. Die Kiddies interessierten sich aber vor allem für Sidos musikalischen Werdegang. Ein Mädchen, das zweifelsfrei mit einigen Mitschülern selbst Musik macht, fargte auch gleich nach musikalischen Tipps (vielleicht hätte er auch kurz Zeit, mal in ein Demo reinzuhören). Sie konnte die Fragen der Mitschüler gar nicht so verstehen und meinte: warum redest du jetzt über Toleranz und so Quark, wenn du doch über deine Musik viel cooleres zu berichten hast. Soso.

Leider habe ich es nicht geschafft, Sido mal nach seiner Vision für Europa zu fragen - zum einen, weil die Kiddies viele Fragen stellten und zum anderen, weil ich von Ton- und Kameramännern des MDR verdeckt wurde (hätte also auf den Tisch steigen müssen um mir Gehör zu verschaffen udn da war ich dann doch zu feige zu). Sorry.

Am Abend feierten dann noch viele Hundert Schüler_innen (die von ihren Lehrer_innen zu diesem Konzert angemeldet werden mussten) beim Konzert im Anker, Eine angereiste Klasse konnte sich besonders freuen. Denn sie gewannen die Klassenfahrt durch Europa, gestiftet von der deutschen Vertretung der Europäischen Kommission. Rico und Nikola überreichten am Montagabend symbolisch schon mal ein paar Reiseführer an die Vertreter der Klasse. Sie machten es aber zunächst spannend, wer denn gewonnen hätte - dazu hier ein kleines (leicht verwackeltes) Video:

This video file is being converted for playback. Please come back later to view it.
CIMG6693.AVI (82454 KB)

 

Das eigentliche Tourende fand dann aber nicht schon Montagabend, sondern Donnerstagnachmittag in Dresden statt. Am Marie Curie Gymnasium waren wir zu deren Schulfest eingeladen. Nun können wir also zurückschauen auf 11 Wochen, 50 Schulen, gefühlten tausend Runden EU-Quiz und jeder Menge Spaß mit dem gesamten Team. Es war streckenweise natürlich auch anstrengend - vor allem das zeitige Aufstehen - aber insgesamt hatte ich wirklich eine schöne Zeit! Viele Schüler waren sehr interessiert, manche konnten sich immerhin davon überzeugen lassen, dass Europa nicht nur Politik und Geographie ist und die wenigen, die sich nicht zu benehmen wussten, werde ich sicher bald vergessen haben. Ganz besonders in Erinnerung wird mir wohl die 5. Klasse aus Gommern in Erinnerung bleiben, die eigenständig in einer Gesprächsrunde anfing, über die Griechenlandkrise zu diskutieren!

Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht, mich via Blog auf der EuropaBustour zu begleiten.

Beste Grüße,

Manja

 

Loading mentions Retweet

Comments (2)

Jun 16 / 9:42pm

Die EuropaBustour zu Gast beim Erlebnis- und Präventionstag in Quedlinburg

by manja

Ich weiß gar nicht so richtig, wie ich es ausdrücken soll, aber irgendwie stand der gestrige Tag in Quedlinburg so gar nicht unter dem Thema Europa…

Wir waren Gast beim 5. Erlebnis- und Präventionstag im Rahmen der Quedlinburger Suchtwoche. An sich wirklich eine gute Sache – das will ich gar nicht schlecht reden. Über 2000 Schüler_innen aus dem Umland wurden auf einen großen Platz gebracht um sich dort über verschiedene Angebote zu informieren und "spielerisch" über die Risiken von Süchten aufgeklärt zu werden. Auf dem Platz tummelten sich Stände des Kinder- und Jugendringes, der AOK, der Aidshilfe und vieler mehr, aber auch der Harzsparkasse, eine Hüpfburg oder einfach nur ein „Schlemmerstand“ mit Würstchen und Pommes (warum auch zu so einem Tag mal was Gesundes anbieten). Ich habe bei einem kleinen Streifzug mit Hilfe einer eigenartigen Brille nachempfinden können, wie es sich anfühlt 1,3 Promille Alkohol im Blut zu haben. Da durfte man dann einen kleinen Parcours absolvieren - glücklicherweise mit freundlicher Unterstützung der Azubis vom örtlichen Krankenhaus - das Treppen steigen funktionierte dann eigentlich nur noch über Gefühl und nicht mehr über die Sicht. Sicher keine schlechte Idee, den Kiddies mal vor Augen zu führen, was Alkohol für Auswirkungen hat. Daneben gab es dann alkoholfreie Cocktails.

Insgesamt hatte ich aber eher den Eindruck, dass ich auf einem Kinderfest war als auf einem Präventionstag. Und mittendrin Jump und wir mit dem blau-gelben Tourbus. Natürlich waren keine Klassen für den Bus „eingeteilt“, eher huschten die Kleinen von Stand zu Stand. Wir boten darum das Quiz und das Europapuzzle auf Zeit an (Bestzeit 2 Minuten 12 Sekunden). Allerdings mussten wir gegen mehrere Anlagen ankämpfen – beim Fußball der örtlichen Bank wurde lautstark kommentiert, Jump drehte die Boxen dankenswerterweise später weg von uns und auch fast jeder andere Stand versorgte die „Massen“ mit Musik.  Das hielt die Jugendlichen aber natürlich nicht davon ab, bei uns fleißig Fragen zu Europa zu beantworten (Flaggen sind seit der WM wohl ein Kinderspiel und mal wieder erhärtete sich meine Beobachtung, dass „die Kleineren“ meist mehr wissen als „die Großen“). Die Leute von Go Europe! hatten auch super Zulauf. Viele Lehrer und Eltern kamen auf sie zu um sich Informationen zu Mobilität in Europa zu besorgen. Hoffen wir mal, dass auch die anderen Kiddies bei den vielen Spiel- und Spaßangeboten nun einige Alternativen zu Sucht und Gewalt finden. Und vielleicht ist ja auch ein bisschen Europa hängengeblieben.

PS: nur noch 6 Schulen!

Loading mentions Retweet

Comments (4)

Jun 11 / 2:40pm

Bad Berka am Mittwoch - 100 Jahre, 100 Schüler_innen

by manja

Die Schule feierte diese Woche 100jähriges Bestehen und lud uns ein, daran teil zu haben...dass es sich in Bad Berka "nur" um rund 100 Schüler_innen handelte war per se nicht schlimm. Die Busbesucher waren interessiert und höflich. Beim EU-Quiz gab es dann schon eine Beleidigung gegen den engagierten Standbetreuer und beim "Finale" (eigentlich Auswertung der Fußballspiele und des Quizes) fehlten dann einfach mehrere Klassen, die bereits von ihren Lehrern nach hause geschickt wurden. Etwas mehr Rücksprache das nächste Mal kann da nicht schaden.

Eine Anekdote (Gedächtnisprotokoll), die mir von einer Jump-Mitarbeiterin zugetragen wurde, möchte ich euch nicht vorenthalten:

Jump-Mitarbeiterin: Von welchem  Land ist Brüssel die Hauptstadt?

Schüler_in: Frankreich?!

Jump-Mitarbeiterin: Nee. das ist Paris.

Schüler_in: Brüssel ist die Hauptstadt von Paris?

Jump-Mitarbeiterin: (betretenes Schweigen) Nein, Paris ist die Hauptstadt  von Frankreich. Das gesuchte Land beginnt mit B.

Schüler_in: Ach so...Brasilien.

(Anmerkung der Redaktion: dann muss wohl Rio de Janeiro die Hauptstadt von Belgien sein, wa?)

 

Loading mentions Retweet

Comments (0)

Jun 8 / 2:59pm

WiHaDUKT: Wilkau-Haßlau, damit uns keiner trennt!

by manja

...so die Bezeichnung der modernen Hängebrücke, die Wilkau mit Haßlau verbindet. Die beiden Orte sind schon seid 1934 vereint und so ergeben sich dieses Mal sicher keine größeren Diskussionen über den Ortsnamen wie bei Dessau-Roßlau (ja, Sarah, du bist gemeint) :)

Geladen waren wir am heutigen Tage zum Gymnasium am Sandberg und zur Aushilfe bzw. eher zur Bestandsaufnahme gaben sich auch zwei unserer sächsischen Martins die Ehre. Und auch die deutsche Vertretung der Europäischen Kommission schickte uns Verstärkung. So lief der Tag bei sonnigen Temperaturen locker flockig vor sich hin und auch das Interesse der Schüler_innen war sehr erfrischend. Die Klassenfahrt kriegt sie wohl alle ;) Übrigens wurde die Deadline zur Bewerbung für die Klassenfahrt auf den 18. Juni verlängert - und nicht nur Klassen der Schulen, die wir mit der Tour besuchen, können sich bewerben (wenn ihr also noch potentielle Interessenten kennt, streut die Nachricht gern). Aber auch die Eurodesk-Infoblätter zu Mobilität in Europa wurden uns quasi aus den Händen gerissen. Ein Schelm der dabei böses denkt, wenn ich sage, dass die 5. und 6. Klassen nicht anwesend waren und deshalb vielleicht euch ein bisschen weniger Geschrei herrschte...gestern noch bekamen wir von fast jedem/r 3. Schüler_in zu hören: "Kriegen wir dafür eine Unterschrift?" (der Laufzettel sollte garantieren, dass sich auch alle brav das ganze Angebot des Tages ansehen).

Außer einem fiesen Sonnenbrand auf den Schultern und der Kopfhaut - ja, sowas gibt es - kann ich nichts schlechtes über den Tag sagen. Vielleicht die ausgeschütteten Endophine durch die Sonne, vielleicht aber auch die entspannte Atmosphäre an der Schule. Beim großen Finale gab es auch noch Auftritte des ansässigen Chores - der es wirklich drauf hatte - da war ein Solosänger am Ende, 11. Klasse - eine Hammer ausdrucksvolle Stimme (mit einem Lied wie "We are the world" aber deutlich falsch besetzt *gähn*). Martin wollte die Woche auch noch einen Gastkommentar schreiben, darum gehe ich nun nicht weiter auf den Tag in WiHa ein.

Zum Abschluss noch ein Bild einer Klasse aus Schwarzenberg (gestriger Einsatz), die sich auch für die Klassenfahrt bewerben wollen und schon mal ein Photo vor dem Bus ansetzten.

 

Loading mentions Retweet

Comments (0)

Jun 7 / 2:41pm

Von Brüssel nach Schwarzenberg

by manja

Das Wochenende in Brüssel verbringend (JEF Seminar "EU und Du") habe ich nicht nur einige der Photos aus dem Bus persönlich und in ihrer natürlichen Umgebung gesehen (z.B. EP-Gebäude), sondern auch mal wieder viel Zeit mit überzeugten Europäer_innen verbringen können. Dabei habe ich vielen Diskussionen über Themen wie EU-Jugendstrategie gelauscht, aber auch das superschöne Wetter genießen können. Da so ein Seminar aber nicht ewig dauern kann, bin ich gestern Abend mit einigen Jeffer_innen zurückgeflogen (und im Gegensatz zur stressigen Hinreise wurde der Flug nicht gestrichen und alles lief halbwegs problemfrei). Denn der heutige Montag stand wieder ganz im Dienste der Europa-Bustour und so bin ich nach 4 Stunden Schlaf (und will mich gar nicht beschweren - selbst gewähltes Schicksal, hab ich gern auf mich genommen) Richtung Schwarzenberg aufgebrochen. Da erwartetet mich der blau-gelbe Bus, das gutgelaunte Team und heiterer Sonnenschein - hätte ich nicht vom Bahnhof einen mega Berg mit voller Kraxe hochlaufen müssen, wär der Beginn einer neuen Woche perfekt gewesen. Darum pflanze ich hier symbolisch einfach mal einen Europa-Baum und erkläre Woche 9 für eröffnet!

PS: morgen folgen mehr Bilder der letzten Woche(n) und vielleicht erfolgt auch noch ein Gastkommentar von meinem Kollegen der Woche! :)

Loading mentions Retweet

Comments (1)

May 25 / 12:08pm

Handysocken waren beliebt, aber jetzt sind HELP-T-shirts in! Die neuen Give Aways sind da

by manja

Die Woche begann diesmal in Kalbe (Milde), weit im Norden von Sachsen-Anhalt -  wo man sich schon mal fragt, wer hier eigentlich Jump hört und wieso man mit einem Ruftaxi zum Hotel gebracht werden muss. Aber nachdem mir bei der Anreise nach Kalbe zunächst nur weite Felder und gelegentlich ein paar Schilder einer Bürgerinitiative gegen ein CO2 Endlager in der Altmark entgegenragten, konnten wir heute auch die Kiddies in Kalbe kennenlernen.

Eingeteilte Klassen gab es mal wieder nicht, dafür gab es einen regelrechten RUN auf das Puzzle, dass wir dank der neuen Staffelei draußen aufbauen konnten - nun kann man auch mal einen Schritt nach hinten gehen, sich das Ganze genau anschauen und dann klappt es vielleicht auch besser mit dem Länder erkennen (auf die Frage, welchen Land mit einem der Puzzle dargestellt sei, antworteten zwei Jungs übrigens Rußland - in Wirklichkeit war es Deutschland).

Und neue Give Aways haben wir auch, die sich auch sehr großer Beliebtheit erfreuten - vor allem die grell orangen HELP-T-shirts (siehe Photo). Ich hoffe, den Kiddies ist auch bewusst, was für eine tolle Kampagne sie damit unterstützen. Der 31. Mai ist übrigens Weltnichtrauchertag und wer den vielleicht gleich als Anlass zum Aufhören nutzen will, der findet auf den Seiten von HELP auch viele hilfreiche Tipps.

Loading mentions Retweet

Comments (1)

May 19 / 12:09pm

Frau Merkel kommt nicht ins Gefängnis von Brüssel - Einsatz in Dresden

by manja

Heute waren wir mit der Europatour zu Gast in Dresden beim superjungen Gymnasium Bürgerwiese. Jung nicht nur, weil es erst seit 2 Jahren existiert, sondern auch, weil es zur Zeit "nur" aus 165 Schüler_innen in vier 5. Klassen und drei 6. Klassen besteht. Die freuten sich schon riesig auf den Besuch von Jump und der Europäischen Kommission und nutzten die verschiedenen Angebote zahlreich.

Zu einer Diskussionsrunde mit dem Schülerrat und der Schülerredaktion kam am Vormittag sogar der sächsische Europaminister Dr. Jürgen Martens in das Dresdner Gymnasium. Da der Minister noch vor dem offiziellen Start des Projekttages anreiste, konnte ich mich in die Fragerunde mit rein setzen und war wirklich begeistert. Die Kiddies stellten viele Fragen -- z.B. ob Europa auch für den Neubau der Schule zahlt, wie das jetzt gerade ist mit den Problemen in Griechenland, warum Deutschland so viel Geld an Europa spenden(!) muss und was eigentlich mit den Leuten oder auch Ländern passiert, die sich nicht an die Regeln von Europa halten. Herr Martens ist auf jede der Fragen genau eingegangen und hat sie auch kindergerecht erklärt. So hat er z.B. angemerkt, dass das mit Griechenland so ähnlich ist, als wenn man sich ständig einen Vorschuss auf sein Taschengeld geben lassen würde, bis die Menge so hoch ist, dass man eigentlich schon bis 18 kein Taschengeld mehr bekommen würde -- nur das man immer noch bzw. wieder Geld braucht. Er erläuterte aber auch, dass man Griechenland jetzt helfen müsse und das für Kredite bürgen noch gar nicht heißt, dass wir Geld geben, sondern ein Versprechen den Banken gegenüber ist, dass Geld von den Euroländern einholen zu können für den Fall, dass Griechenland die Kredite nicht zurückzahlen kann. Oder das Frau Merkel bei Nichteinhaltung von Verordnungen aus Brüssel nicht ins Gefängnis von Brüssel kommt, aber es den Staat täglich bis zu 500.000€ kosten kann, wenn sie europäische Regeln nicht in nationales Recht umwandeln (also 500.000 für jeden Tag, an dem das Gesetz noch nicht in Kraft getreten ist). Am Ende hatte ich dann sogar als "nicht-mehr-ganz-Schülerin" auch die Möglichkeit eine Frage zu stellen. Ich habe Herrn Martens gefragt, wie er sich Europa in 20 Jahren vorstellt. Worauf er antwortete, dass er hofft, dass viele Sachen mehr vereinheitlicht wurden und Vieles einfacher wird (z.B. Arztbesuche im Ausland oder die Anerkennung von deutschen Abschlüssen) und das es nie mehr zu militärischen Akten in Europa kommen wird. Diesen letzten Gedanken hat er dann auch noch mal genutzt um explizit darauf hinzuweisen, was für ein großes Glück wir haben, seit über 60 Jahren (weitestgehend) Frieden in Europa zu haben.

Ich hoffe, diese eindrucksvolle Fragerunde wird noch in der nächsten Schülerzeitung verarbeitet und auch wenn das Wetter mal wieder nicht mitspielte, war der heutige Tag mal wieder durchaus gelungen.

Loading mentions Retweet

Comments (0)

May 18 / 2:34pm

Halbzeit bei der EuropaBustour

by manja

Den heutigen 25. Tag der EuropaBustour verbrachten wir in Bernstadt auf dem Eigen(!) in der sächsischen Oberlausitz. Und damit haben wir sozusagen auch die Halbzeit der Tour erreicht, was mich gleich auch zu einem Zwischenfazit bringen wird. Alles in allem macht mir die Tour immer noch sehr viel Spaß. Es ist sehr spannend, die Kiddies der verschiedensten Altersklassen zu treffen und mit ihnen für diese kurze Zeit (meist haben wir mit einer Klasse ja nicht mehr als 30 Minuten) über Europa ins Gespräch zu kommen. Zwar glauben viele, dass sie über Europa nichts wissen, aber bisher konnte ich einen großen Teil vom Gegenteil überzeugen. Denn Europa ist nicht (nur) Geschichte, Geografie und Politik. Mit Europa hat jeder schon bewusst oder unbewusst Erfahrungen gesammelt (sei es über das Essen, Musik, Reisen, verschiedene kulturelle Ereignisse oder den Euro als Zahlungsmittel). Europa bietet auch viele Chancen – so konnten wir oft auch auf die vielen Möglichkeiten zum Thema Mobilität in Europa hinweisen. Außerdem geht es nicht darum, Europa als perfektes Gebilde zu zeigen – mitgestalten ist die Devise und deshalb ist mir sehr viel daran gelegen ein Bewusstsein für Europa zu schaffen und wenn ich einen sehr idealistischen Tag habe, dann wünsche ich mir auch, dass ich ein Interesse sich weiter zu informieren wecken konnte. Da gilt es dann auch, Probleme wie die Krise in Griechenland nicht auszusparen.

Dass insgesamt gerade die spielerischen Herangehensweisen über das Puzzle oder das Quiz besonders günstig sind, hat sich in den letzten Wochen gezeigt. Und auch unser bunt geschmückter Europabus, der mit vielen Bildern europäischer Städte und den Fähnchen der 27 Mitgliedsstaaten Europas (+Europaflagge natürlich) dekoriert ist, lädt immer wieder zu Gesprächen ein. Dabei fällt das Wissen ganz unterschiedlich aus, wie ihr dem ein oder anderen Beitrag über die letzten Einsätze auch entnehmen könnt.  

Sehr schade finde ich, dass sich die Tour in einigen Gebieten sehr ballt und andere Gebiete etwas ausspart. Zwar gibt es eine recht gleichmäßige Aufteilung zwischen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, aber der Besuch heute in Bernstadt war z.B. der einzige östlich von Dresden.

Die Zusammenarbeit zwischen dem JUMP-Team und dem Team der europäischen Kommission klappt vor Ort sehr gut. Oft wird vom Moderator über unsere Sachen am und im Bus hingewiesen und auch an der ein oder anderen Stelle wird Europa im JUMP-Programm aufgenommen – siehe „Europameisterschaft“ beim Fußballspielen oder Musikquiz zu Hits aus Europa. Aber ich würde mir noch mehr Europabezug bei den anderen Aktionen von JUMP wünschen. Tanzworkshop und Bands einladen schön und gut, aber wie wär es denn mal mit einer großen Europaflagge im JUMP-Zelt anstatt „nur“ der Senderfarben Grün und Gelb oder einem Karaokecontest von alten und neuen europäischen Hits oder einem Verweis auf die Charts anderer Länder in Europa oder oder oder. Wenn das nächste Mal eine Band eingeladen ist, sollte ich sie vielleicht mal zu ihrer Vision für Europa befragen.

Steigerungspotential ist also vorhanden, aber die zweite Halbzeit beginnt ja auch erst morgen in Dresden. Ich hoffe auf besseres Wetter, viele neugierige Jugendliche und dem ein oder anderen Neuem, was wir ihnen über Europa näher bringen können.

Loading mentions Retweet

Comments (0)

May 11 / 1:07pm

Rußland kennen ist schon schwer? Deutschland finden offensichtlich noch mehr

by manja

Ihr dachtet, die Anekdote mit Rußland kann nicht getoppt werden? Wir wurden heute eines Besseren belehrt. Aber erstmal auf Anfang. Wir waren heut in der Lutherstadt Eisleben (Sachsen-Anhalt). Weil unser Bus nicht auf den Schulhof passte, wurde er zusammen mit einem Spielmobil und einer Hüpfburg in einer Nebenstraße „abgestellt“ – ein erstes Gefühl von Kirmes kommt in mir auf. Zusätzlich hatte die Koordinatorin des heutigen Tages wegen den vielen Workshops auch keine festen Klassen für den Bus eingeteilt – was an sich kein großes Problem ist. Gestern in Kölleda (Thüringen) gab es auch keine feste Einteilung und es fanden sich dennoch immer wieder kleinere Grüppchen im Bus ein. Oft circa 10 bis 15 Leute, verschiedene Klassen durchmischt und meist auch schon auf eine kleine Diskussionsrunde eingestellt (die Lehrer hatten am Plan den Bus mit den Worten „Europa mit allen Sinnen entdecken“ angepriesen). Das klappte soweit wirklich gut. Aber in Eisleben verlief das Ganze irgendwie ungeordneter und so stürmten ständig kleine Grüppchen den Bus, ließen sich in die Sitze fallen und machten zunächst den Eindruck sich dringend hier ausruhen zu müssen. Naja, verständlich bei so viel Trubel an der Schule. Daher versuchten wir die vielen europäischen Fähnchen im Bus als Einstieg in ein Gespräch zu nutzen. Aber meistens wurde dies schon durch die nächsten eintreffenden Kinder wieder unterbrochen. Jeder wollte beschäftigt werden, aber bitte nicht lange und möglichst nicht mit Geographie oder Politik oder so. Also stellten wir das Puzzle mehr in den Mittelpunkt. Und siehe da, manchmal etwas grobmotorisch am Start, fanden die Kiddies Gefallen daran. Doch dann kam eine Gruppe Mädchen in den Bus. Ich war derweil mit dem Europaquiz/Glücksrad vor dem Bus stationiert und habe mir die Geschichte erst nachher erzählen lassen. Deutschland auf der Karte finden schien unendlich schwer zu sein. Erst nach vielem Nachfragen und einigen Hinweisen erkannten die drei, dass Deutschland ja vielleicht neben Polen liegen könnte. Die Form des Landes gab leider keinen Hinweis. Dass man nicht alle Länder Europas kennt, finde ich nicht allzu besorgniserregend – Topographie liegt ja auch nicht jedem. Aber das man Deutschland nicht mal erkennt, wenn es einem vor die Nase gehalten wird – alle Achtung. Das am Sonntag Europatag war, hat übrigens auch keiner mitbekommen. Schade. Da muss ich wohl das nächste Mal mit dem Sternkostüm anrücken.

Loading mentions Retweet

Comments (0)

May 9 / 2:38pm

Wer Visionen hat, sollte bloggen? Ok, wird gemacht! #myeurope

by manja

Etwas außerhalb des „normalen“ Blogs:

Jetzt, kurz vor Ende des heutigen Europatags, möchte ich euch gern noch an meiner Vision von Europa teilhaben lassen. Das Team von bloggingportal.eu hat sich für die Europawoche ein wahres Blog-Europafest ausgedacht und alle Blogger dazu ermuntert sich mit eigenen Beiträgen rund um Europa zu beteiligen - „Also ein Wenig wie Schuman vor 60 Jahren“(mteu auf europaeum). Und das möchte ich nun gern auch tun. Meine Gedanken klingen  teilweise vielleicht ein bisschen nach Blumenkindern und Hippiemusik, aber was soll‘s. Ich wünsche mir…

…die nationalen Regierungschefs würden sowohl den europäischen Parlamentarier_innen als auch den europäischen Bürger_innen endlich mal was zutrauen und geben Entscheidungsgewalten ab.

…die Medien und auch die nationalen Politiker hören endlich auf, alles „Gute“ für sich zu verbuchen und alles „Schlechte“ auf „die da in Brüssel“ zu schieben.

…die Bürger_innen Europas nehmen dann hoffentlich auch wahr, dass die Wahlen zum Europäischen Parlament wichtig sind und geben diesen durch ihre Anwesenheit mehr Gewicht.

…die Europäische Union wird ein echtes Gemeinschaftsprojekt der Bürger_innen. Das bedeutet für mich sowohl, dass die Bürger_innen Europas erkennen, dass sie längst mitten drin sind im Projekt Europa und daran aktiv teilnehmen, plus, die Organe der EU entwickeln wirklich bürgernahe Instrumente zur Beteiligung.

…Hierarchien und Bürokratie stehen guten Ideen und guten Köpfen für Europa nicht mehr im Weg.

…eine EU, die sich selbst nicht als wichtiger aufbauscht, als sie ist – global player schön und gut, aber warum muss jeder immer den längsten Piephahn haben? Und wenn man sich dann doch entschließt, oben mitspielen zu wollen, sollte man lernen mit einer Stimme zu sprechen!

…ein solidarisches, ein friedliches, ein tolerantes Europa, ohne übersteigerte Nationalismen, ohne Rassismus. Dass wir nationalen Patriotismus überwinden – ich will mich als Mensch fühlen und nicht als Deutsche, Sächsin, Chemnitzerin oder was auch immer.

…ein Europa, in dem sich alle Menschen wohlfühlen, weil sie selbst teilhaben (können).

 

Loading mentions Retweet

Comments (0)